FC Viktoria 1889 schon im Wettkampf-Modus: „Wir nehmen jedes Spiel wie ein Finale“

  • 19. Februar 2021
  • FC Viktoria 1889 Berlin
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Wann geht’s weiter in der Regionalliga Nordost? Die 20 Vereine treten geschlossen dafür ein, so schnell wie möglich in den Spielbetrieb zurückzukehren. Optimisten hoffen darauf, dass die Saison 2020/21 im März fortgesetzt werden kann, Realisten rechnen mit Anfang April. Verantwortliche und Spieler des FC Viktoria 1889 tun alles dafür, um am Tag X voll da zu sein. Die Vorbereitung auf den Moment nach der Corona-Pause läuft auf Hochtouren.

„Wir können nur abwarten, bis feststeht, wann der Startschuss fällt. Derzeit liegt der Fokus darauf, so zu arbeiten, dass die Jungs dann bereit sind“, sagt Trainer Benedetto Muzzicato, der betont: „Natürlich ist es eine Herausforderung, die Spannung und Konzentration in dieser ungewissen Phase hoch zu halten. Das nimmt ja jeder Spieler auch unterschiedlich auf. Einige machen sich keine Gedanken, die sind immer motiviert, wenn sie zum Training kommen. Andere beschäftigen sich stärker damit, ob es im März, im April oder überhaupt in absehbarer Zeit wieder los geht. Für mich und meine Co-Trainer ist es die Kunst, alle ins Boot zu ziehen. Aber das gelingt uns ganz gut, denke ich.“

Das freiwillige Trainingsangebot wurde in den vergangenen Wochen tagesaktuell den Bedingungen angepasst, auch das Wetter spielte den Himmelblauen den einen oder anderen Streich. Ob auf dem Kunstrasen, in der Halle oder auf der Laufbahn, Muzzicato ist mit dem Engagement seiner Jungs vollauf zufrieden. „Die Jungs ziehen sensationell mit, da können wir uns überhaupt nicht beschweren. Ganz im Gegenteil, manchmal wundern wir uns sogar, wie gut das teilweise schon aussieht.“

Im Wettkampf soll das umgesetzt werden. Noch ist offen, welcher Modus zu sportlichen Entscheidungen führt. Es spricht aber alles dafür, dass die Hinrunde beendet und nach Abschluss der 19 Runden der Aufsteiger ermittelt wird. Jeweils elf Partien haben der FC Viktoria 1889 (33 Punkte) und der Verfolger VSG Altglienicke (25 Punkte) absolviert, Chemie Leipzig (24) hat schon 13 Spiele hinter sich, Jena (21), der BAK (20) und Lok Leipzig (19) auf den folgenden Rängen jeweils zwölf.

Für die verbleibenden acht Runden läuft es also auf einen Zweikampf zwischen den Lichterfeldern und Altglienicke hinaus – und diesen sieht Muzzicato alles andere als entschieden an: „Wir haben noch nichts erreicht! Von außen betrachtet sieht es nach einem großen Vorsprung aus, aber für uns sind es ‚nur‘ acht Punkte. Im Fußball spielt der Kopf eine entscheidende Rolle, ob es nun um den Aufstieg oder gegen den Abstieg geht. Da muss man auch mental auf der Höhe sein.“

Der Trainer, der seinen Vertrag beim FC Viktoria 1889 kürzlich um zwei Jahre bis 2023 verlängerte, warnt davor, sich in Sicherheit zu wiegen und kündigt an: „Wir werden jedes Spiel nehmen wie ein Finale und die Jungs auf den Platz bringen, die bereit sind, da gibt es keine Experimente. Wir stecken die komplette Energie in die Meisterschaft, sind aber auch demütig und wissen, dass es noch ein langer Weg ist, auf dem viel passieren kann. Wir wollen weitermachen, wo wir aufgehört haben.”

Mit Björn Jopek, der schon beim 1. FC Union und Arminia Bielefeld in der 2. Liga spielte und zuletzt eine Klasse tiefer beim Halleschen FC kickte, wurde ein Winter-Zugang unter Vertrag genommen – und der 27-Jährige benötigt keine Anlaufzeit. „Er ist seit August bei uns im Training. Für uns war immer klar, dass wir am Kader nichts verändern müssen und nicht verändern wollen – und wenn wir einen holen, dann ihn. Ich freue mich sehr darüber, dass er fest zu uns gehört. Da geht es nicht allein um seine Qualitäten als Spieler, sondern auch seinen Charakter als Anführer. Mit seiner Erfahrung bringt er uns noch einmal auf ein anderes Level und gibt uns eine weitere Option.“

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